Ist das Kunst? |
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Faria: 10.07.2010 00:10.
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10.07.2010 00:09 |
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warum nicht? Kommt auf den Kontext an. So wie es hier angeboten wird, kaum...
Wenn die Intention ist, im Kunstkontext zu provozieren, dann hat das sicher nichts mit Kunst zu tun. Aber ich kann mir durchaus ernst zu nehmende Kollegen vorstellen, in deren Kontext das Kunst sein kann.
Man kann - nach meiner Überzeugung - schon lange keinem Werk mehr ansehen, ob es Kunst ist oder nicht. Insofern ist meine Antwort noch unsinniger als die Frage ;-)
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10.07.2010 00:33 |
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Ja, ob das "Ding" Kunst ist oder nicht, müsste vom Kontext abhängen
.
Hier fehlen einige Informationen zu dem Teil: Werkbeschreibung z.B. Material, Größe, Name des Künstlers, Ausstellungsort.
Seit Marcel Duchamp zählen nicht nur Gemälde, klassische Skulptur nach den alten Griechen oder Grafik mit gegenständlichen Motiven zu Kunst, sondern u.a. auch Objekte, die aus Allerweltsdingen kreiert werden.
Faria wenn Du dieses Teil nicht nur als Geck eingestellt hast
, sondern auch diskutieren möchtest, ob es Kunst ist oder nicht, fehlen hier noch elementare Informationen
. Zur Kunst zählen ja nicht nur verkaufstaugliche Bilder.
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10.07.2010 09:08 |
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@Faria: Ein Readymade der besonderen Art, der Rost verleiht dem Werk einen nostalgischen Charakter, noch eine hübsche Beleuchtung und Inszenierung á la White Cube hinzu und dat Dingen knallt. Ist das ein Gepäckträger?
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von TaHula: 10.07.2010 10:42.
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10.07.2010 10:40 |
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Ja Tahula, das ist ein Gepäckträger. Ich bin ja so ein Rostsammler. Alles was mir an rostigen Teilen begegnet muß ich erstmal unter die Lupe nehmen. Dieser Gepäckträger ist auf unserem Grundstück zu Vorschein gekommen.
Ich könnte lauter Geschichten um die Sachen spinnen. Ich habe mein Haus seit ca 16 Jahren. Mein Urgroßvater hat es 1947 mit hamburger Schottersteinen, die er mit Pferd und Wagen geholt hat, gebaut. Damals wurden Flüchtlicnge in dem Haus untergebracht. Jedes Zimmer war belegt, sogar in der Garage(Schuppen) lebten Leute.
Aber man könnte natürlich auch eine kritische Abhandlung über unsere heutige Wegwerfgesellschaft schreiben.
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10.07.2010 19:26 |
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Die Sache mit dem Wegwerfen ist ja eigentlich ein Generationsproblem, besser, man hat einen großen Dachboden, und verwahrt alles auf. So wie der schöne, alte Gepäckträger aufbewahrt wurde. Meine Eltern wohnen in einem alten Bauernhaus auf dem Land, mit einer großen Scheune, ab und zu, wenn ich sie mal besuche, krame und wühle ich auch neugierig in den alten Sachen rum, irgendwie spannend...
Spannender als bei H&M oder Ikea rumzuwühlen...
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10.07.2010 20:44 |
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Schrecklich ist das heutzutage, dass man einen Kontext, eine Erklärung und am besten noch den Namen des Machers braucht, um festzustellen, ob ein Objekt Kunst ist oder nicht!
Um sicher zu gehen, dass man nichts Falsches sagt, sollte man unbedingt die Theorie vertreten:
Alle sind Künstler und alles ist Kunst.
"Charakter ist nur Eigensinn, es lebe die Zigeunerin." Paul Scheerbart
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11.07.2010 12:13 |
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| Zitat: |
Original von Zimt
Schrecklich ist das heutzutage, dass man einen Kontext, eine Erklärung und am besten noch den Namen des Machers braucht, um festzustellen, ob ein Objekt Kunst ist oder nicht! |
Zimt m. E. verfolgst Du einen falschen Ansatz: noch nie vorher war es so einfach für jederman/frau sich selbst mit Stangen, Rohren, Schrott aller Art und auch mit einigen ungeübten Pinselstrichen als Künstler anzuerkennen. - also eine paradiesische Zeit für alle, die nach Ruhm streben und sich selbst in der Illusion wiegen können berühmt zu werden.
Einen Haken hat diese Geschichte, sie ist im Selbst des "Künstlers" gefangen, das soziale Umfeld denkt - Sommerloch.
| Zitat: |
Um sicher zu gehen, dass man nichts Falsches sagt, sollte man unbedingt die Theorie vertreten:
Alle sind Künstler und alles ist Kunst. |
ja, und die lieben! Kritiker, wohlerzogen, bringen es dann auch nicht übers Herz den Schrott gleich als solchen zu benennen.
Die Beurteilung, ob ein Fahrradgepäckträger Kunst sein könnte oder nicht, erfordert nämlich "höhere Weihen" - und wer will schon mit seiner Kunst-Bildung hausieren gehen
Noch vor 50 Jahren wäre kein Laie auf die Idee gekommen, Alltagsgegenstände eigenmächtig zu Kunstgegenständen zu erheben, aber seitdem da einige Gebrauchgegenstände in die white cubes Einzug hielten, ist es Volkssport geworden, dem eigenen Sperrmüll höhere Weihen zu erteilen, in dem man ihn zum Kunstwerk erhebt und sich selbst damit automatisch zum Künstler ernennt. - Und dabei wird eine über Jahrzehnte gewachsene neue Kunstästhetik schändlich mit Füßen getreten.
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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Leone: 11.07.2010 13:40.
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11.07.2010 13:26 |
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Ach Ihr Lieben, Ihr macht mich fröhlich, ahne ich doch großes. Husch husch, die Stauräume geleert, und oberhusch Kunst draus gemacht, einen , - Zitat Leone- lieben Kritiker finden, der hurra schreit und schreibt, und dazu einen mit großen Freiflächen gesegneten Vollidioten, der auf Installationskunst steht. Hmmm, da sehe ich Möglichkeiten hinsichtlich meiner Umgebungsentrümpelung. Inspirativ das.....
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11.07.2010 13:41 |
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Neulich in einer Newyorker Kunstgalerie oder neulich im Eingangsbereich unseres örtlichen Schrottplatzes.
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Faria: 11.07.2010 14:17.
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11.07.2010 14:15 |
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Das ist ein Gepäckträger im Gipssockel.
Ich habe ein schlichtes Gemüt.
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11.07.2010 14:28 |
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Mit eifrigen Händen grub sie in der warmen Erde…suchend…es muss doch etwas da sein. Und dann hielt sie es in den Händen…sie erahntes etwas. Nachdem sie die Erde vorsichtig mit einem Pinsel entfernt hatte, hielt sie ein Relikt einer Zeit in den Händen, die sie selbst nicht erlebt hatte. Sie erkannte einen Teil eines vorzeitlichen Fahrrades. Es muss ein Gepäckträger gewesen sein. Ob es einem Mann oder einer Frau gehört hatte, konnte sie nicht mehr erkennen, zu stark hatte der Zahn der Zeit an diesem einzigartigen Fund genagt. Was ist alles auf ihm transportiert worden, locker festgeklemmt oder gewissenhaft verzurrt? Vielleicht hatte er einem Kartoffelkorb Halt gegeben, in dem wertvolles Obst und Gemüse vom Feld in die heimatliche, heimelige Küche getragen wurde.
Voller Stolz und mit Ehrfurcht trug sie ihren Schatz in die Werkstatt. Sie säuberte ihn und dachte darüber nach, wie sie diesem Relikt einen seinem Wert entsprechenden Auftritt verschaffen konnte. Ihr fiel ein, dass sie noch einen angebrochenen Sack Beton ihr Eigen nannte. Schnell wurde eine Mischung angesetzt und ein passendes Behältnis gesucht, das einen Sockel darstellen konnte. Mit bloßen Händen vermischte sie Wasser und das Betonpulver zu einem sämigen Brei und goss diesen in den gefunden Eimer. Dann nahm sie behutsam das altertümliche Gestell und stellte es in den mit Beton gefüllten Bottich. Sie justierte ihn aus und stellte ihn auf den Arbeitstisch. Nun hieß es Geduld üben und abwarten. Ein paar Stunden sollte es schon dauern, bis sich die graue Masse in einen harten Stein verwandelt haben würde. Immer wieder schlich sie zu ihrer Errungenschaft und prüfte die Festigkeit des Sockels. Endlich war es soweit, sie konnte den Behälter, der den Sockel geformt hatte entfernen. Voller Stolz betrachtet sie ihr Werk und jetzt hatte sie das erste Mal das Gefühl ein Kunstwerk geschaffen zu haben…ein Kunstwerk mit eigener Geschichte.
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11.07.2010 15:07 |
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| Zitat: |
Original von Faria
Mit eifrigen Händen grub sie in der warmen Erde…suchend…es muss doch etwas da sein. Und dann hielt sie es in den Händen…sie erahntes etwas. Nachdem sie die Erde vorsichtig mit einem Pinsel entfernt hatte, hielt sie ein Relikt einer Zeit in den Händen, die sie selbst nicht erlebt hatte. Sie erkannte einen Teil eines vorzeitlichen Fahrrades. Es muss ein Gepäckträger gewesen sein. [...]Vielleicht hatte er einem Kartoffelkorb Halt gegeben, in dem wertvolles Obst und Gemüse vom Feld in die heimatliche, heimelige Küche getragen wurde.
Voller Stolz und mit Ehrfurcht trug sie ihren Schatz in die Werkstatt. Sie säuberte ihn und dachte darüber nach, wie sie diesem Relikt einen seinem Wert entsprechenden Auftritt verschaffen konnte. [...] Immer wieder schlich sie zu ihrer Errungenschaft und prüfte die Festigkeit des Sockels. Endlich war es soweit, sie konnte den Behälter, der den Sockel geformt hatte entfernen. Voller Stolz betrachtet sie ihr Werk und jetzt hatte sie das erste Mal das Gefühl ein Kunstwerk geschaffen zu haben…ein Kunstwerk mit eigener Geschichte. |
Der Text beschreibt einfühlsam ein Teil mit Aura, passend für einen Platz im Heimatmuseum.
- aber der Sockel muss wieder ab
für die Beschreibung eines Kunst-Exponats eignet er sich weniger gut: hier würde gelten: weniger Volk-Lore mehr "Asthetik von oben".
z.B. irgendetwas von den alten Griechen.
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11.07.2010 18:07 |
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Faria: 11.07.2010 22:00.
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11.07.2010 21:57 |
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Original von Faria
Was sagt ihr dazu? |
Gibt es eine reihe zusammenhängender Kunstwerke wenn du "Rostsammler" bist? Das würde ich als Kunst bezeichnen.
Liebst. Julia
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16.07.2010 18:40 |
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