florinda
Herzliche Einladung zur Vernissage
und Ausstellung
"Automobile - echt feurig oder echt am Arsch"
Grafik
und Malerei von Robert G. Tomaschek
Dienstag, 08.06.2010 um 19h
Galerie Blaues Atelier
Schörgelgasse 8 am Dietrichsteinplatz, A-8010 Graz
www.galerie-blaues-atelier.at
Kontakt Florinda: Tel.: 0043/650 8171610, florinda@inode.at
Ausstellungsdauer: 09.06.-02.07.10
Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 14-18h, Sa 11-16h
Robert Gordon Tomaschek wurde 1987 in Graz geboren und lebt heute in Kaindorf a. d. Sulm. Er arbeitet in Aquarell- und Ölmalerei, Grafik- und Drucktechniken, in seinem Spezialgebiet, den Automobil-Darstellungen, wie auch in der Landschaftsmalerei.
Die eisige Kälte kriecht in die Ritzen und Spalten des metallischen Mantels eines längst verstorbenen Automobils, welches in der Landschaft, in der Nähe einer Siedlung verschrottungsreif zurückgelassen wurde. Das Dach des roten VW-Käfers ziert, einer königlichen Krone gleich, der alte Reifen eines Traktors. Der Käfer ist – post mortem - von Gestrüpp eingewachsen und ruht in einer winterlichen Gegend. Einsam. Verlassen. Vergessen. Die Schneedecke ruht sanft auf dem Verstorbenen. Auf einem, der nicht mehr gebraucht wurde, der seine Dienste wohl getan haben wird, für den es sich nicht lohnte, weitere Investitionen zu tätigen. Links liegen gelassen, ist er der Verrottung preisgegeben und harrt einer Zersetzung, die viele Jahre in Anspruch nehmen könnte.
Würde man dieses vor sich hin „verwesende“ Auto als Symbol für einen Menschen interpretieren, weil der Begriff „Auto“ aus dem griechischen kommend, das „Selbst“ bedeutet, könnte man dem jungen Künstler Tomaschek eine Neigung zum Todestrieb unterstellen. Da der Todestrieb laut Freudscher Interpretation, nach Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand des Unbelebten, also der Starre und damit des Todes, strebt. Das „weiße Leichentuch“ aus Schnee würde diese Interpretationssicht bestärken.
Fakt ist, dass Robert Tomaschek sich vorzugsweise in seiner künstlerischen Arbeit dem äußerst Individuellen zuwendet. Der Gegenpol zum verstorbenen VW-Käfer wäre hier als Ausdruck seines jugendlichen Lebenstriebs, der rassige Lamborghini Diabolo oder ein Ferrari in voller Fahrt. Tomaschek bewegt sich in einem Spannungsfeld der Extreme: Fahruntüchtiges, bewegungsunfähiges, die Non-Mobilität also, gegen hochkarätige PS- und Nobelkarosserien. Der Volks-Wagen - der Wagen fürs Volk, ein echter Lahmarsch für alle, liegt im Widerstreit mit den Superkutschen für wenige Einzelne, einer elitären Prestigeklasse und den Siegertypen, die es im Leben geschafft haben. Wie etwa ein Michael Schuhmacher, Jochen Rindt oder Enzo Ferrari, die auf seinen Bildern dargestellt werden. Menschen also, die sich durch ihr herausragendes Können und Wirken als Identifikationsfiguren anbieten und durch die Darstellung in Tomascheks Werken seine (mögliche) innere Spaltung aufzeigen: Auf der einen Seite das Morbide, das dem Tode geweihten und auf der anderen Seite das vor Vitalität und Lebensfreude strotzende. Das im Leben schnell vorwärtskommende.
Daher gilt eine weitere Leidenschaft ebenso der eingleisigen Fortbewegungsart, der guten alten Eisenbahn mit Dampflokmotoren, welcher sich Tomaschek in Grafik, Malerei und in der Buchillustration widmet. Die eingleisige, also die unwendige und die für das Mobil absolut nur in eine Richtung führende, urtümliche und nostalgisch anheimelnde, relativ langsame Fortbewegungsart, könnte hierbei symbolisch den Künstler selbst repräsentieren. Der junge Tomaschek auf seinem selbstgewählten Lebensweg: Ist diese tonnenschwere Lok erst einmal in Gang gekommen, rollt sie auf ihrer vorgegebenen Lebens-Bahnstrecke, kann sich ihrer Lebensreise und ihrem Potenzial so leicht nichts in die Quere stellen. (Denn was würde geschehen, wenn man in die Versuchung käme gegen eine Dampflok anzurempeln?)
Freilich bleiben die Automobile auf ihren Wegen oft alleine, wie es sich für einen Künstler gehört: man fühlt sich in seinem Tun von seiner Umwelt unverstanden und eben einfach anders. Vielleicht mit ein Grund, warum man auf den Automobil-Werken nur eher selten irgendwelche Menschen sieht. Egal ob Nobelwagen, Traktor, LKW oder Käfer, die Old- und Youngtimer bleiben scheinbar lieber für sich.
© Text Florinda Ke Sophie, Graz 2010
und Ausstellung"Automobile - echt feurig oder echt am Arsch"
Grafik
und Malerei von Robert G. TomaschekDienstag, 08.06.2010 um 19h
Galerie Blaues Atelier
Schörgelgasse 8 am Dietrichsteinplatz, A-8010 Graz
www.galerie-blaues-atelier.at
Kontakt Florinda: Tel.: 0043/650 8171610, florinda@inode.at
Ausstellungsdauer: 09.06.-02.07.10
Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 14-18h, Sa 11-16h
Robert Gordon Tomaschek wurde 1987 in Graz geboren und lebt heute in Kaindorf a. d. Sulm. Er arbeitet in Aquarell- und Ölmalerei, Grafik- und Drucktechniken, in seinem Spezialgebiet, den Automobil-Darstellungen, wie auch in der Landschaftsmalerei.
Die eisige Kälte kriecht in die Ritzen und Spalten des metallischen Mantels eines längst verstorbenen Automobils, welches in der Landschaft, in der Nähe einer Siedlung verschrottungsreif zurückgelassen wurde. Das Dach des roten VW-Käfers ziert, einer königlichen Krone gleich, der alte Reifen eines Traktors. Der Käfer ist – post mortem - von Gestrüpp eingewachsen und ruht in einer winterlichen Gegend. Einsam. Verlassen. Vergessen. Die Schneedecke ruht sanft auf dem Verstorbenen. Auf einem, der nicht mehr gebraucht wurde, der seine Dienste wohl getan haben wird, für den es sich nicht lohnte, weitere Investitionen zu tätigen. Links liegen gelassen, ist er der Verrottung preisgegeben und harrt einer Zersetzung, die viele Jahre in Anspruch nehmen könnte.
Würde man dieses vor sich hin „verwesende“ Auto als Symbol für einen Menschen interpretieren, weil der Begriff „Auto“ aus dem griechischen kommend, das „Selbst“ bedeutet, könnte man dem jungen Künstler Tomaschek eine Neigung zum Todestrieb unterstellen. Da der Todestrieb laut Freudscher Interpretation, nach Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand des Unbelebten, also der Starre und damit des Todes, strebt. Das „weiße Leichentuch“ aus Schnee würde diese Interpretationssicht bestärken.
Fakt ist, dass Robert Tomaschek sich vorzugsweise in seiner künstlerischen Arbeit dem äußerst Individuellen zuwendet. Der Gegenpol zum verstorbenen VW-Käfer wäre hier als Ausdruck seines jugendlichen Lebenstriebs, der rassige Lamborghini Diabolo oder ein Ferrari in voller Fahrt. Tomaschek bewegt sich in einem Spannungsfeld der Extreme: Fahruntüchtiges, bewegungsunfähiges, die Non-Mobilität also, gegen hochkarätige PS- und Nobelkarosserien. Der Volks-Wagen - der Wagen fürs Volk, ein echter Lahmarsch für alle, liegt im Widerstreit mit den Superkutschen für wenige Einzelne, einer elitären Prestigeklasse und den Siegertypen, die es im Leben geschafft haben. Wie etwa ein Michael Schuhmacher, Jochen Rindt oder Enzo Ferrari, die auf seinen Bildern dargestellt werden. Menschen also, die sich durch ihr herausragendes Können und Wirken als Identifikationsfiguren anbieten und durch die Darstellung in Tomascheks Werken seine (mögliche) innere Spaltung aufzeigen: Auf der einen Seite das Morbide, das dem Tode geweihten und auf der anderen Seite das vor Vitalität und Lebensfreude strotzende. Das im Leben schnell vorwärtskommende.
Daher gilt eine weitere Leidenschaft ebenso der eingleisigen Fortbewegungsart, der guten alten Eisenbahn mit Dampflokmotoren, welcher sich Tomaschek in Grafik, Malerei und in der Buchillustration widmet. Die eingleisige, also die unwendige und die für das Mobil absolut nur in eine Richtung führende, urtümliche und nostalgisch anheimelnde, relativ langsame Fortbewegungsart, könnte hierbei symbolisch den Künstler selbst repräsentieren. Der junge Tomaschek auf seinem selbstgewählten Lebensweg: Ist diese tonnenschwere Lok erst einmal in Gang gekommen, rollt sie auf ihrer vorgegebenen Lebens-Bahnstrecke, kann sich ihrer Lebensreise und ihrem Potenzial so leicht nichts in die Quere stellen. (Denn was würde geschehen, wenn man in die Versuchung käme gegen eine Dampflok anzurempeln?)
Freilich bleiben die Automobile auf ihren Wegen oft alleine, wie es sich für einen Künstler gehört: man fühlt sich in seinem Tun von seiner Umwelt unverstanden und eben einfach anders. Vielleicht mit ein Grund, warum man auf den Automobil-Werken nur eher selten irgendwelche Menschen sieht. Egal ob Nobelwagen, Traktor, LKW oder Käfer, die Old- und Youngtimer bleiben scheinbar lieber für sich.
© Text Florinda Ke Sophie, Graz 2010