Zum Weglaufen?

Zimt
(Weiß mal wieder nicht, wohin mit... jetzt mal in "Kursangebote" - im weitesten Sinn trifft's das).

Klingt dieses Angebot auch stressig für Euch oder ist das normal?
Wer hat Erfahrungen in dieser Richtung?

Grüße
Vic


Ausschreibung

... der Cranach-Hofes schafft Voraussetzungen, sich mit Konzentration und Inspiration dem künstlerischen Schaffensprozess zu widmen. Außerdem gestatten die äußeren Bedingungen im Cranach-Hof dem Besucher, den Entstehungsprozess mitzuverfolgen, Gespräche mit dem Künstler zu suchen und die Kunst als Arbeitsprozess zu erleben. Das künstlerische Spektrum ist außerdem eine Bereicherung für die Arbeit der Malschule. Der Aufenthalt im Atelier soll zudem das Ziel haben, Kenntnisse in Kursen oder einem Workshop an andere weiterzugeben, in denen der Stipendiat Anleitung geben kann.

Das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, die Cranach-Stiftung und die Stadt Wittenberg schreiben daher aus:
Vier Künstlerhonorare für einen Werkstattaufenthalt von je einem Monat in der ehemaligen Cranach-Werkstatt für Künstler der bildenden oder angewandten Kunst.
Dazu wird ein Honorar in Höhe von 924,00 € für einen Monat zur Verfügung gestellt.
Das Thema des Jahres 2009 „Alle meine Schätze“ soll anregen, sich mit verschiedenen Sichtweisen auf unser Umfeld oder die Geschichte auseinander zu setzen.
Die Bewerbungen sollten biographische Angaben, ein kurzes Werksverzeichnis (Katalog/ Fotos, keine Originale), konzeptionelle Vorarbeiten zu den Workshops und einen frankierten Rückumschlag enthalten.

Bedingungen für einen Aufenthalt im Atelier des Cranach-Hofes:
• Anwesenheit vor Ort für die durch ein Stipendium geförderte Zeit, d.h. Öffnung der Werkstatt täglich in der Zeit von 10.00 – 16.00 Uhr, auch an mind. zwei Wochenenden.
• Bereitschaft, den Besuchern des Cranach-Hofes Zutritt in die Werkstatt zu gewähren und dem Gespräch zur Verfügung zu stehen.
• Gestaltung eines Workshops für Kinder und Jugendliche während des Aufenthaltes in Absprache mit der Malschule (Materialien werden zur Verfügung gestellt).
• Die zur eigenen Arbeit notwendigen Materialien werden vom Künstler selbst mitgebracht.
• Bei notwendigen technischen Voraussetzungen wird durch die Stiftung Unterstützung geleistet.
• Ein Unkostenbeitrag in Höhe von 224,00 € für Betriebskosten (Künstlerwohnung, Betriebskosten Werkstatt) wird erhoben.
• Anmerkung zur Nutzung der Künstlerwohnung:
- der Künstler bewohnt einen Schlafraum in der ihm zur Verfügung stehenden Wohnung
- Gäste des Künstlers, die in der Wohnung übernachten möchten, müssen angemeldet werden und bezahlen den üblichen Übernachtungspreis

Einzureichen sind die Unterlagen bis zum: 30. November 2008

Weitere Informationen finden Sie unter:www.cranach-stiftung.de

Ansprechpartner für Anfragen zu den Arbeits-
bedingungen und Bewerbungsformalitäten:
Eva Löber, Dörthe Zielke

Bewerbungsunterlagen an:
Malschule der Cranach-Stiftung
Schlossstrasse 1
06886 Lutherstadt Wittenberg
e-mail: mal-schule@web.de
laesterelfe
Solche Stipendien (mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen) werden ja auch immer wieder in der "atelier" veröffentlicht..
Mir persönlich wäre es zu stressig und aufwändig, vor allen Dingen wenn es für einen Monat ausgeschrieben ist...
Dieses hier finde ich schon ziemlich heftig, kann mir kaum vorstellen unter solchen Bedingungen in konzentriertes Arbeiten zu kommen...

lg
Monika

edit:
..."schön" finde ich es auch immer, wenn konzeptionelle Vorabeiten eingereicht werden sollen... Die im Vorfeld investierte Zeit ist für die Katz, wenn ich nicht genommen werde.... Zudem würde ich mich dann auch fragen, ob mein eingereichtes Konzept unwissentlich anderweitige Verwendung finden würde...
Peter.D
Das ist zum "gar nicht erst hingehen".
Für 600 Euro würd ich da nicht den Pförtner spielen.
artfusion
Genau!! laesterelfe die gleichen Gedanken hab ich da auch!
Und Peter D. es verbleiben 700,- Euro. 924,- Honorar abzüglich 224 für das Schlafzimmer. Und dann noch Workshops mit Kindern und Jugendlichen und und und....was soll das????
Also auch von mir: nicht bewegen!
baslerstab
Unterm Strich bleibt nüscht!

Stell Dir vor, Du musst noch mit dem Auto hinfahren, weil Du Deine Materialien selbst mitbringen musst!

Ausser Spesen, nix gewesen, aber den Turmwächter gespielt, ein Konzept aus dem Boden gestampft und die Arbeitsmaterialien noch selbst bezahlt.

Da gehst Du mit einem Minus raus, selbst wenn Du nur einen kleinen Stundenansatz rechnest


Aber der sich sowas aus dem Kopf gedrückt hat, war ein Pfiffikus und nutzt vielleicht unwissentlich den Künstler aus.

Mach lieber Kreativferien für die Zeit, dann bist Du erholt und hast neue Eindrücke zum Verarbeiten

Gruss vom Stab aus BAsel
talasim
Ist ja nett, dass sie dir wenigstens die Materialien für den Workshop zur Verfügung stellen wollen. hihihi

Je länger ich darüber nachdenke desto mehr finde ich das ziemlich frech. Einsaug
Peter.D
@artfusion, hast recht, da hab ich mich verrechnet!
Das sind ja hundert Euro mehr! figurenrauchen kopfkratz
Aber auch für hundert mehr, mach ich da keine Türe auf! fröhlich
K.R.
aber warum ist so ein angebot frech?
ich finde es eher etwas ungeschickt formuliert.
warum sagen sie nicht gleich: schlafplatz für einen monat plus taschengeld.
;-)
talasim
@ K.R.

Es ist schlussendlich alles eine Frage der Sicht, da hast du recht: Für einen obdach- und geldlosen Künstler ist das eine wunderbare Gelegenheit zumindest einen Monat dieses kalten Winters zu überstehen. Da sieht man mal wieder wie gut es uns geht. Augenzwinkern
polarpost
Ich würd das Angebot annehmen, ich geh meist mit einem Minus raus, Workshops würd ich gern anbieten, geht aber nicht aus Platzmangel, gern würde ich auch in einem grossen Atelier malen wo mir von mir aus auch die Leute über die Schulter schauen können. Ich könnte dort richtig was schaffen, hab hinterher dann Werke die mir dort ja keiner abnehmen will. Dazu bekomm ich Unterkunft und Taschengeld wenn ihr es so ausdrückt, für mich sind 600 euro viel die da überbleiben.
Manche Arroganz hier ist zum Erbrechen.
K.R.
polarpost,meinst du nicht, dass das angebot eine gewisse ignoranz gegenüber künstlerischer arbeit aufzeigt?

wie soll man innerhalb eines einzigen monats konzentriert an einem vorgegebenen thema arbeiten, gleichzeitig publikum bedienen, einen kinderworkshop vorbereiten und durchführen?

wenn die jemanden zur durchführung eines kinderworkshops suchen, der vor ort wohnt und ab und an das publikum durch das cranach-zentrum führt, wäre es sicher eine gute sache.

das ganze aber stipendium zu nennen, ist wohl eine etwas merkwürdige formulierung.
stipendien sind auszeichnungen, um die ganz speizelle arbeit des stipendiaten zu fördern.
Zimt
Lass mich rechnen:
152 Stunden hat man in diesem Monat "Einsatzdienst", muss also für andere zur Verfügung stehen. Macht bei dem Gehalt einen Stundenlohn von

3,95 Euro

Das ist schon stark, aber ich denke, man müsste versuchen auf

4,10 Euro

hochzuhandeln.
Auch wenn das so riecht, als sei man arrogant oder würde denken, man tauge was.
Andreas Mattern
also workshop für kinder, mach ich sogar auch mal umsonst.

ich finde hier ist schon eine ziemliche arroganz vorhanden.
Matheus
Workshop für Kinder mache ich grundsätzlich kostenlos, denn es macht mir riesige Freude.
Peter.D
Wenn die schreiben würden, das sie jemanden suchen der unentgeldlich Worshops für Kinder macht,
wäre das eine Überlegung wert ... habe 6 Jahre Jugendarbeit gemacht 3 Tage die Woche, unentgeldlich versteht sich ...
Aber das ist ein Stipendium ...
Andreas Mattern
peter, da hast du sicher recht und es stimmt ja auch ist nicht so besonders gelungen die sache, aber so wie teilweise geantwortet wurde klang es schon sehr aus einer gesicherten position heraus.

es ist schon so, für manche künstler ist es eine überlegung wert, weil das geld vielelicht das eine ist, aber man bekommt en neues umfeld, womöglich neue an seiner sache interessierte leute und hat vielleicht spass kinder und jugendlichen zu zeigen was auch kunst sein kann.
Peter.D
Zitat:
Original von Andreas Mattern
es ist schon so, für manche künstler ist es eine überlegung wert, weil das geld vielelicht das eine ist, aber man bekommt en neues umfeld, womöglich neue an seiner sache interessierte leute und hat vielleicht spass kinder und jugendlichen zu zeigen was auch kunst sein kann.


Andreas, da gebe ich dir recht, solche Künstler wird es sicher geben, die das so sehen wie oben beschrieben, aber auch für diese Leute wäre es sicher erfreulicher, wenn dieser Monat einwenig besser bezahlt würde, das steigert auch das Selbstwertgefühl wenn man denn dann dieses Stipendium bekommt.
polarpost
Mein Nachbar hier oben arbeitet bei einer Zeiarbeitsfirma, 800 Euro.
8 Stunden täglich.
Ich glaub härter als Künstler und sagt mir jetzt nicht jaaaa körperlich , aber wir arbeiten ja geistig so hart, .. wiedersehen
Zimt
Interessant. Jetzt kommen tatsächlich noch andere Stimmen.
(Bin davon ausgegangen, dass das eindeutig unattraktiv ist.)
Aber unterschiedliche Ansichten sind spannend.

Alles eine Frage des Ziels:

Wer konzentriert am Thema arbeiten will, darf dort nicht hin.
Wer noch einen weiteren Job hat, kann nicht hin.
Wer gerne mit Interessierten redet, muss hin.
Wer mal woanders wohnen möchte und gerne mit Kindern arbeitet, will hin.

Vic
Zimt
Hier kommt eine etwas interessantere Ausschreibung.
Interessanter. Aber nicht unbedingt einfacher ...

Aus der HP:

"...Zur Teilnahme werden Künstlerinnen und Künstler aus Baden-Württemberg aufgefordert, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Durch ihre künstlerischen Beiträge soll das Solidaritätsbewusstsein der Bevölkerung und die gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung der Organspende gesteigert werden. Erwartet werden Kunstwerke, die eine nachhaltige Sensibilisierung für das Thema auslösen. „Die Kunstwerke sollen zum Nachdenken anregen“, betonte die Ministerin.

Zum Wettbewerb sind Originale aus den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Installation, Bildhauerei und Mixed-Media zugelassen. „Beachtlich sind auch die Preise, mit denen die Kunstwerke prämiert werden. Insgesamt loben wir 21.000 € aus“, informierte die Ministerin.

Der Wettbewerb mündet in eine Wanderausstellung der ausgewählten Exponate, die an repräsentativen Orten in Baden-Württemberg gezeigt werden soll."


http://www.sozialministerium-bw.de/de/Me...g_html&_min=_sm

Fällt Euch was spontan dazu ein?

Als Erstes möchte ich die Studienanwärterin Julia Sauer nach vorne rufen, die in ihren Arbeiten bereits deutlich mit Innereien arbeitet Augenzwinkern

Vic