Kann man Portrait malen lernen?

Sonntagsmalerin
Hallo!

Kann man eurer Meinung nach Portrait zeichnen / malen wirklich lernen? ich mein, klar, die technischen Details kann man sich bestimmt beibringen lassen (Abstände innerhalb des Gesichts etc.), aber ich meine, kann wirklich jeder es lernen, Portraits so zu malen, dass sie dem Gemalten ähnlich sehen und persönlichen Ausdruck haben?
Ich würde mich gerne mal an das Malen von Portraits wagen, aber ich hab irgendwie Hemmungen. Bei Portraits sieht man gleich wenn sie nicht gelungen sind ;-)
Die Leute die ich kenne, die Portraits malen, die konnten das irgendwie schon immer, ohne es großartig üben und lernen zu müssen...

Was meint ihr, ist das Talent oder hat jeder die Chance, durch Ehrgeiz es zu schaffen?

Lg
Clarissa
H & F
Ohne Schweiß kein Preis....
egal ob bei der Malerei oder im Sport, man kann alles lernen. Aber wie weit man kommt, hängt neben dem Training auch vom Talent ab. Aber um etwas zu erreichen, geht nicht ohne üben. Viele Talente lassen sich so sogar überholen, wenn man die eigenen Stärken findet... Aber Weltmeister wird man nur, mit viel Trainung und dem passenden Talent.
Es macht Spaß Fortschritte zu erreichen, warum nicht auch bei, Portrait....

Beste Grüße - FRank
wofrings
guckst Du hier

http://www.akademie-altenahr.de/html/body_portrait.html

ist noch ein Platz frei.....
Sonntagsmalerin
Das wär klasse, ist nur leider so weit weg von mir ... unglücklich

Werd mich aber mal informieren ob es sowas auch bei mir in der Nähe gibt.

Lg
Clarissa
marla
Hallo Clarissa,
Du fragst, ob man bzw. jeder Portraitmalen lernen kann oder es einem bereits inne wohnen muss. Ja und und nein. Augenzwinkern Beim Portrait ist es nicht anders als bei allen anderen Motiven auch. Klar, es gibt immer Motive, bei denen es mehr oder weniger auffällt, ob jemand versteht, was er eigentlich malt.

Grundsätzlich ist es m.E. immer wichtig, wie aufgeschlossen man fürs Lernen ist. Wenn Du es gerne lernen möchtest, sind das schon mal sehr gute Voraussetzungen! Dann kommt es noch darauf an, was genau Du lernen/erweitern möchtest.
Das A und O ist das "richtige" Sehen. Es gibt Menschen, die von sich aus eine sehr gute Beobachtungsgabe habe - in welchem Entwicklungsstadium auch immer sie diese Eigenschaft erworben haben - und die ganz alleine ihren Weg finden... andere benötigen Unterstützung, um zunächst den Blick auf die verschiedenen Aspekte zu lenken - sie haben wahrscheinlich zunächst eine ausgeprägtere selektive Wahrnehmung, konzentrieren sich auf etwas bestimmtes, wodurch andere Bereiche übersehen werden.

Ich habe es in sehr vielen Kursen mitbekommen, wie sich die Leute weiterentwickelt haben, muss aber auch dabei sagen, dass nur sehr wenige ganz unabhängig vom Dozenten Fortschritte gemacht haben. Die wissen dann bereits, wohin sie wollen und wie sie dort hin kommen. Andere haben einfach nur den Wunsch, es zu lernen, wissen aber nicht, wie sie es anstellen sollen. Nun gibt es Dozenten, die genau an diesem Punkt auch nicht weiter helfen. Aber es gibt durchaus sehr viel, was man erklären und entsprechend auch lernen kann.

Auf Deiner Homepage sind Bilder, die ausschließlich nach Fotos entstanden sind, wenn ich mich nicht irre. Das wäre dann natürlich eine ganz andere Herangehensweise, als wenn Du nach Modell arbeiten möchtest.

Ich habe in meiner Anfangszeit auch nur nach Fotos gearbeitet. Als ich dann angefangen habe, nach Modell zu zeichnen, gab es erst mal einen gehörigen "Rückschritt" Freude zumindest war das Ergebnis für alle ehr enttäuschend. Aber wie man sieht, ist es nicht dabei geblieben.

Wie gut man beim (Portrait-)Malen wird, ist dann m.E. die Frage dessen, was man selbst eigentlich erreichen und mit dem Bild rüber bringen will - ein "korrektes" Bild ist nicht automatisch auch beeindruckend. Geht es einem darum, ein Foto so exakt wie möglich umzusetzen... naturalistisch so korrekt wie möglich zu zeichnen bzw. zu malen... oder geht es einem um den Ausdruck...
In jedem Bereich kann man dazu lernen, alleine oder mit Unterstützung.

Einer meiner Dozenten meinte mal, Portraitmalen kann man lernen - daraus Kunst zu machen, ist etwas, das der Dozent nicht mehr vermitteln kann, sonst wäre es ja keine Kunst. Augenzwinkern

Liebe Grüße
Marla
Egon Miklavcic
Zitat:
Original von Sonntagsmalerin

Die Leute die ich kenne, die Portraits malen, die konnten das irgendwie schon immer, ohne es großartig üben und lernen zu müssen...

Was meint ihr, ist das Talent oder hat jeder die Chance, durch Ehrgeiz es zu schaffen?

Lg
Clarissa



Die Leute die Du kennst haben Dich angelogen - von nichts wird nichts und wenn Du nur ein bischen Talent hast und 300 Bilder oder mehr gemalt hast .....dann wirst Du es sehen

--- und Marla hat recht -

Lg.Egon
Franz667
Hallöchen,

so richtig "lernen" kann ich dir nicht helfen, abwer ich kenne eine Seite wo Sie Bilder von Fotos von verschiedenen Portraitmaler ausstellen. Achtung, die Seite ist von einer Firma, also kann man die Bilder nur als Beispiel benutzen.
Es hat mir ziemlich viel geholfen zu verstehehn wie man Portraits malt, denn es gibt viele verschiedene Techniken und Stile.
Ich hoffe es hilft dir auch. smile

lG
Franz
D.S.
Ich habe mir Deine HP angeschaut und ……. Du bist in der Lage ein Porträt zu beherrschen.
Das wichtige ist nur erst die Grundlagen des Porträts kennen zu lernen.
Deswegen wäre schon gut wenn Du Dir ein Buch über Porträtzeichnung besorgen könntest.
Ich würde Dir persönlich das Buch : “ Wie zeichne ich einen Kopf und ein Porträt” von Parramon, Edition Michael Fischer, ISBN 3-924433-07-0 empfehlen.
Das Buch ist super gut beschrieben, Die wichtigsten Infos sind auf 111 Seiten aufgeschrieben und mit Beispielen versehen.
Außer dem wäre es hilfreich, wenn Du eine Beobachtung schärfen kannst. Damit meine ich ein Bild nicht nur ein paar Min. sich anschauen, sondern probiere in einem z.B. Foto alle möglichen Schattierungen raus zu finden, und das in Zentimeterweise. Probiere das Licht und Schatten an lebendigen Menschen an unterschiedlichen Tageszeiten beobachten, auch bei unterschiedlichen Kopfbewegungen/ Kopfstellungen, und bei unterschiedlichen Minen.
Probiere bei den Menschen die charakteristischen Gesichtrissen raus finden, die das oder anderes Gesicht bestimmen, und als das oder anderes Gesicht erkennen helfen. Die Charakteristiker probiere immer, in einer Übung, verstärkt aufzeichnen, so wie es die Karikaturisten machen.
Es wäre auch super gut, wenn Du an lebendigen Menschen erst das Porträt lernst.
Warum ?
… weil viele Menschen, die das Porträt lernen, haben noch nicht so viel Gefühl für die Materie, und auch das gemalte Porträt nicht so gut manipulieren können, um ein gutes Ergebnis zu bekommen, das eine Zeichnung oder ein Gemälde ausmacht. Sie malen einfach das Foto ab, ohne zu merken, dass die Eigenschaften der Kontraste fotoartig sind , und dadurch in einer Zeichnung oder einer Gemälde als fremd wirken.

Falls Du das Porträt malen lernen möchtest, wäre auch nicht schlecht, wenn Du die Möglichkeit hättest erst ein klassisches Porträt malen lernen. Danach der kleine Sprung in eigene Richtung fällt einfacher.

Ich würde Dir auch empfählen Leonardo da Vinci sich anzuschauen. Seine Menschen zu studieren.

Falls Du wirklich ernst mit dem Porträt anfangen möchtest, wirst Du es auch schaffen Dir beizubringen.
Falls Du in der Materie Hilfe brauchen solltest, schreib mit einfach ein PN.
Ich probiere , so weit wie es mir nur möglich ist, Dir es ausführlicher zu erklären und dazu mehrere Beispiele zuschicken.
Du kannst mir auch Deine Porträt- Proben per PN zuschicken.
Dann können wir uns über die Vernbesserungen unterhalten, auch über die Tips und Triks in der Richtung.
K.R.
an der kunsthochschule bekamen wir, bevor wir mit portraits begannen, erst einmal einen klumpen ton und sollten einen kopf nach einem modell daraus formen.

danach wurde eine zeichnung mit dem tonkopf als vorlage angefertigt und erst zum schluss ein bild mit öl- oder aquarellfarben.

das modellieren kann unglaublich hilfreich sein, um die formen eines kopfes und gesichtes zu "begreifen".
unterstützen kann man das noch durch das genaue betrachten eines "totenschädels", am besten ist ein dreidimensionalen modell, aber auch abbildungen helfen.

so wird einem viel klarer, was am gesicht von knochenflächen und was von weichteilen, haut und muskeln, geprägt wird.

ob man danach "abstrahierte" köpfe malt und zeichnet oder naturalistische, spielt gar keine so große rolle, die grundlage ist geschaffen ...

jetzt bitte aber nicht gleich nachts auf den friedhof schleichen ...
;-)
D.S.
Hi K.R.,

Ton ?
Ich habe auch als eine Übung zu dem meschlichen Körper, aus Mulinos Ton, oft Akte gefertigt. Augenzwinkern
Jetzt habe ich sein Ton und den Offen ganz für mich . grins

Eigentlich liegt Malerei und Zeichnung der Tonformung sehr nah.
In der Malerei und der Zeichnung malt man die Formen nicht auf, sondern man formt sie mit der Hilfe der Licht und des Schattens, um auf der zweidimensionaler Fläche dreidimensionale Formen zu bekommen. yeah
Natürlich auch die Antomie ist dabei sehr behilflich.
domestos
Ob man es einfach so lernen kann - das kann ich nicht beurteilen.
Man kann es aber wie vieles andere auch
üben
und Übung machjt bekanntlich den Meister.
Das modellieren, wie K.R. vorschlägt kann sehr hilfreich sein . Der Weg geht über das Begreifen im wörtlichen Sinn.

Dome
artfusion
Meiner Überzeugung nach: ja man kann - wenn man Zeichnen lernt,besser gelernt hat,also die Wahrnehmung geschult bzw.geschärft hat ist das Porträt nur ein kleiner,weiterer Schritt, Wenn man nicht zeichnen kann dann gibt es nur Ergebnisse die mit der Ähnlichkeit nichts oder nur wenig zu tun haben. Der weit aus größere und anspruchsvollere und vielleicht auch nur schwer erlernbarere Schritt ist der,aus einem Gesicht mehr rauszuholen als pure Anatomie.
Auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann wie eine Hochschule die Studenten fordert, indem sie deren dreidimensionales Geschick(Fähigkeit,Talent) herausfordert um dann wieder auf das zweidimensionale zurück zu kommen (es ist ja eher ein bildhauerisches Vorgehen und welcher Maler hat schon große bildhauerische Fähigkeiten?? - oder??) - so muß ich gestehen,daß ich selbst eine bildhauerische Ausbildung habe,aber Porträts schon weit vorher zeichnete - und: ich habe ein paar Schüler,die nachdem sie praktisch alles zeichnen konnten auch beim Porträt nicht aufgeben mußten.
Regelbücher sind beim Porträt völlig fehl am Platz,dafür sind wir zu verschieden und kein Gesicht lässt sich auch nur annähernd in solche Pseudohilfestellungen zwängen.
"Nichts begreifen,alles sehen" (Gerhard Richter) - dieses Zitat entspricht meiner Überzeugung,andere können natürlich andere haben:-)))
Grüße,Walter
K.R.
Zitat:
Original von artfusion
...
Auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann wie eine Hochschule die Studenten fordert, indem sie deren dreidimensionales Geschick(Fähigkeit,Talent) herausfordert um dann wieder auf das zweidimensionale zurück zu kommen (es ist ja eher ein bildhauerisches Vorgehen und welcher Maler hat schon große bildhauerische Fähigkeiten?? - oder??



hallo walter, es war eine meisterklasse für malerei und es war nur ein intermezzo, gedacht, als "begreifen" von formen.
da sind erstaunlich gute sachen bei rausgekommen, aber es ging keineswegs darum, uns als bildhauer zu schulen ... ;-)

mir hat das modellieren unheimlich viel gebracht fürs gesichtermalen.
keiner
das eine geht mit dem anderen hand in hand

das formen und "herausarbeiten" und die malerei - man kann es dann sehr gut nachempfinden.

werde mal von mir ein paar keramische figuren als bild hier einstellen - und dazu ein bild-

karin liegt genau richtig und der prof. auch, der das in dieser meisterklase lehrte.

lg
marla
Ich denke, beides ist wichtig - begreifen im Sinne von ertasten (mit den Augen und/oder mit den Händen) und begreifen im Sinne von verstehen.

Es ist wichtig, nicht auf den Verstand zu hören, der einem zu Beginn sagt, beide Augen sind gleich breit und einen dazu verleitet, bei einer seitlichen Ansicht das vom Betrachter abgewandte Auge nach vorne zu klappen. Hier sollte man auf das vertrauen, was das Auge wirklich sieht, auch wenn es einem zunächst unmöglich erscheint.
Aber es ist auch wichtig, das Gesehene zu verinnerlichen und an den Verstand weiterzureichen, der einem später sagt, schau noch mal genauer hin, das Auge kann so breit nicht sein, es ist schließlich von dir abgewandt... Und wenn man immer nur das malt, was man wirklich sieht, wird man nie in der Lage sein, ohne perfekte Vorlage zu arbeiten, die einem bereits alles liefert und nichts darüber hinaus.
Aber das hatten wir schon in anderem Zusammenhang. Augenzwinkern

Etwas dreidimensional zu modellieren, halte ich auch für eine sehr gute Möglichkeit, die Form abzutasten. Man arbeitet mal ganz zentral und legt dabei beide Augen gleich breit an und wenn man den Kopf dreht, um an ihm weiter zu arbeiten, erfährt man, wie sich die Proportionen je nach Blickwinkel ändern... Viele sind auch sehr erstaunt, wieviel Raum doch tatsächlich so ein Hinterkopf einnimmt, wie breit ein Hals ist und - mein persönlicher Lieblingsfehler grins - wie kurz eine Nase... Aber manche haben eben tatsächlich eine verhältnismäßig lange Nase und das macht es nicht einfacher, deswegen sollte man auch immer verschiedene Modelle haben, damit man keine Einheitsgesichter mit den in vielen Büchern vorgegebenen Proportionen und Einteilungen zeichnet, die zudem nur für die Zentralperspektive gelten. Uns wurde auch immer gesagt, bloß nicht nur den Kopf, sondern immer auch den Hals und die Schulterpartie mitzeichnen, damit es keine Luftballons werden.

Wenn man den Kopf nicht dreidimensional formt, so sind oft viele Zeichnungen aus unterschiedlichster Perspektive notwendig, um dahinter zu kommen, wodurch welche Abstände zustande kommen.

Allerdings habe ich auch beobachtet, dass Leute ohne Vorkenntnisse bereits nach einem Portraitkurs gute Ergebnisse mit sehr viel Ähnlichkeit erzielt haben. Denn die Ähnlichkeit ergibt sich nicht über die Plastizität sondern über genaues Beobachten und Reproduzieren (bzw. in der Karikatur durch das Überrsteigern besonderer Merkmale)... Wie sind Mund und Nase geformt, wie groß sind die Ohren, sind Kinn und Wangenpartie schmal oder breit, wo gibt es Fettpölsterchen, in welchem Abstand zum Auge sitzen die Augenbrauen, wie breit sind sie und wie verlaufen sie... Ähnlichkeit entsteht nicht, wenn aus der Phantasie gezeichnet wird. Viele haben aber eine Scheu davor, das Modell häufig anzusehen, schauen ein-zwei Mal hin und sind ansonsten auf ihr Blatt konzentriert und in ihre Umsetzung vertieft. Sie kontrollieren zu wenig, was sie glauben, gesehen zu haben. Und an der Stelle steht für mich auch das Zitat von Richter, das durchaus seine Berechtigung hat.
keiner
hab mal ein porträt angehängt. ist mein bruder und da wurde mir die hohe eigenähnlichkeit von vielen bestätigt.

was marla sagt ist auch alles korrekt - sehe ich auch so - nie schematisch rangehen

selber sehen
D.S.
Hi,
Studienbild nach ersten 2 Tagen Porträtlehre.
Malerei bedeutet für mich das Formen mit der Farbe.
D.S.
Studien-Porträt.
Aus dem Kopf gezeichnet.
Malerei für mich = nicht unbediengt eine Abmalerei.
D.S.
Studienbilder ohne irgendwelchen Vorlafgen, mit dem inneren Auge gesehen.
Das Experimentieren mit der Umsetzung hat auch Spaß gemacht.
Sorry, die alle Bilder stamen aus meinen Studienzeichten und sind damit schon älter.
keiner
das in der Mitte - das ist es

lg