m-angelowicz
Hallo Sternenfee,
... kommt vielleicht ein bischen spät der Tipp, aber ich bin erst seit gestern dabei und wenn der Weg das Ziel ist... Also Gelaber beiseite:
Portraitzeichnen ist auch mein Hauptthema und ich habe einiges in Bücher investiert. Vieles kann man vergessen aber zwei haben mir wirklich weitergeholfen (abgesehen von den bereits genannten, die meiner Meinung nach schon ganz gut sind-besonders Betty Edwards).
Das war die gute Nachricht- die schlechte ist: die beiden Bücher sind auf englisch. Ich finde, dass man aber ganz gut damit zurechtkommt. Außerdem sind sie recht günstig, so dass der Versuch nicht so weh tut.
hier die links bei Amazon.de:
http://www.amazon.de/Artists-Complete-Gu...85905337&sr=1-5
http://www.amazon.de/Secrets-Drawing-Hea...5905337&sr=1-13
Diese beiden haben verschiedene Ansätze und ich persönlich habe viel daraus gelernt... glaub' ich... wenn Du dazu noch Fragen hast- immer gerne!
LG
Rainer
marla
Ich möchte an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen, dass es darauf ankommt, ob man beabsichtigt, Zeichnungen als Vorlage für ein Gemälde zu verwenden, oder wirklich Zeichen um des Zeichnens wegen erlernen möchte bzw. auch beim Malen mehr erreichen möchte, als lediglich etwas zu reproduzieren.
Im ersten Fall mag es genügen, sich Bücher zu kaufen und danach vorzugehen. Im zweiten Fall würde ich das Geld für die Bücher lieber sparen und in gute Kurse investieren und nach Modell zeichnen lernen.
Bei den Büchern hat man nicht nur bereits eine zweidimensionale Vorlage zur Veranschaulichung, man bekommt darüber hinaus auch bereits eine Umsetzung mitgeliefert. Häufig wird dann der Fehler gemacht und kopiert, statt sich selbst mit der Umsetzung auseinanderzusetzen. Zudem ist eine Methode wie die von Betty Edwards zwar geeignet, um schnell ein halbwegs brauchbares Ergebnis zu erreichen, aber dabei wird das wesentliche, was eine Zeichnung ausmacht vernachlässigt. Ständiges Abmessen von Proportionen und das Übertragen aufs Papier schult nicht das Auge sondern lenkt im Gegenteil von den eigentlichen Zusammenhängen der Anatomie ab. Das Nachmessen sollte man allenfalls als Kontrollinstrument einsetzen oder dann, wenn man einen Fehler zwar erahnt, ihn aber nicht ausfindig macht.
So paradox es klingen mag, aber Bücher helfen erst, nachdem man bereits Zeichnen gelernt hat.
viwi
danke marla!
kann ich genau so unterschreiben.
viwi
ich hab auch mit fotos und büchern angefangen, das ergebnis war aber nie befriedigend.
dann hab ich mich ins museum gesetzt und büsten und skulpturen gezeichnet. hab mir ne alte schaufensterpuppe vom trödel besorgt. da konnte ich mir zeit nehmen und in ruhe mein auge schulen. die ganzen technischen anleitungen helfen mir nur zum schluss bei der überprüfung der proportionen. kontraste bw sind bei ner abbildung schon vorgegeben, in der natur musst du sie dir erst erarbeiten. mittlerweile sprech ich menschen auch an und zeichne spontant und mit jeder zeichnung wird es besser.
gestern hab ich im park ein reiterstandbild gezeichnet. ich muss demnächst an ein lebendes pferd und das ist erstmal die trockenübung dazu gewesen.
und einen guten kurs besuche ich mittlerweile auch.
marla
Du sagst es viwi! Auch diese mathematischen Einteilungen der Proportionen sind ja schön und gut - sollte man mal von gehört haben und sie irgendwie im Hinterkopf behalten - aber sobald man den Kopf nicht mehr frontal und zentriert zugewandt sieht, sind sie wegen der optischen Verkürzungen schon wieder hinfällig.
Ist ja lustig, Sonntag steht bei mir nämlich auch erstmals ein Pferd auf dem Plan.

Ich war zwar schon öfter im Zoo, aber Perde hab ich bisher noch nicht gezeichnet. Bin mal gespannt.
Nach einer
Skulptur
hab ich erst ein mal gezeichnet, dann aber auch festgestellt, dass es mir besser bekommt, wenn ich nicht ewig Zeit habe, weil ich mich sonst gerne in Details verliere.
bambina
Guten Morgen
Ich habs an Modellen geübt und zwar an meinen Kindern

,
die hielten allerdings nicht still, so daß ich einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad dadurch bekam .
Ich hab angefangen als sie so ca 2und 3 Jahre alt waren, und ich sie beim Spielen beaufsichtigen mußte, erst mit Skizzen den ganzen Körper erfassen ,
da beide sehr temperamentvoll waren und sind, mußte ich ungeheuer schnell werden,
das war eine super Übung

, sspäte probiert ich ihre und die Gesichter ihrer Freunde,
stapelweise verbrauchte ich das Papier bis endlich was brauchbares herauskam.
Aber all das half mir später, wenn ich unterwegs in mein
Skizzenbuch
zeichnete, schnell die Menschen rund um mich festzuhalten, meistens ohne daß sie es merkten.
Inzwischen habe ich so 10 Skizzenbücher und noch ein paar Blöcke gefüllt.
Ich gebe Portraitkurse ,so Wochenendworkshops, da erklär ich anfangs kurz die Proportionen, damit die Teilnehmer eine Basis haben ,worauf sie aufbauen können,
und dann müssen sie sich gegenseitig zeichnen, die Anfänger erst nur frontal und dann im Profil, andere die schon weiter sind lasse ich dann auch ganz andere Perspektiven ausprobieren, zB von oben
Bsi jetzt haben alle durch die Bank Riesenfortschritte an einenm einzigen Wochenende gemacht, selbst Anfänger ,die noch nie ein
Portrait
gezeichnet haben, schafften bis zum Ende des Kurses das Typische des Modells zu treffen.
liebe Grüße
Bina
H & F
Hallo @Bambina,
die Übung hat sich bei Dir auf jeden Fall gelohnt, denn die Kinderportraits von Dir sind wunderbar.
Aber eines kann ich bestätigen, das schnelle Zeichnen, Malen schult ungemein.
Beste Grüße Frank
bambina
Danke Frank
H & F
hallo @wwwszendiat,
danke für Deinen Tipp. Ich habe mal die OnlineKurs durchgeblättert, es erspart so manchem Anfänger ein oder zwei Buchkäufe.
Aber mal eine Frage: Warum finde ich von Dir hier keine Bilder?
Denn verstecken brauchst Du sie nicht, denn auf Deiner Web Site bibt es einige schöne Bilder zu sehen.
Beste Grüße - Frank
wwwszendiat
warum sollte ich sie hier reinstellen, wenn du sie eh alle auf meiner Webseite findest?
H & F
Hallo @wwwszendiat,
die Frage ist für mich ganz einfach, ich schaue mir regelmäßig zwei drei Foren an, in der Hoffnung, dass hier die meisten über Neuigkeiten berichten, neu Bilder zeigen. Wenn mich etwas interessiert, gehe ich dann halt auch mal auf die Home Page. Dieses ist für mich einfacher als alle WEB Sites der Forum Teilnehmer regelmäßig zu scannen. Nun kannst Du sagen, ich bin faul .... aber vielleicht geht es noch mehr Menschen so wie mir, dann vergibst Du Dir eine Chance und ich schaue weniger Deine Bilder an.
Beste Grüße Frank
wwwszendiat
hallo frank,
ich stell eh ab und zu neue bilder von mir hier rein zur kritik.
bin nicht nur in diesem sondern auch in andren foren ... und meine zeit ist auch immer knapp bemessen ...
ich überleg mir grad, ob du ein potentieller käufer meiner bilder sein könntest ;-)
am besten meine webseite zu deinen favoriten geben :-)
liebe grüße
H & F
Hallo @wwwszendiat,
ich ein potentieller Käufer .... Da werde ich Dich enttäuschen müssen. Bilder mögen, gut finden, kaufen und aufhängen sind zu mindestens bei mir getrennte Schuhe.
Warum, wir haben ca. 20 Bilder von meiner Frau und mir hängen, dann noch 5 Bilder von Künstlern, zu den wir eine "persönliche" Beziehung haben. Ein paar mehr Aquarelle von anderen und uns liegen in Mappen aus Platzgründen rum.
Also auch wenn ich einige Bilder von Dir gut finde ... wir es mit dem kaufen nichts werden
Aber in Bezug auf das Kaufen, es sind auch Gäste im Forum z.Z. 64 und nur 4 Mitglieder. Wenn Du diese als Kunden oder auch nur als Betrachter auf Deine HP locken willst .... musst Du etwas zeigen... Ist zu mindestens meine Meinung / Erfahrung...
Beste Grüße von einem z.Z. potentielle Nichtkäufer - Frank
m-angelowicz
"Ähem" jaja, ich weiß: ein Forum ist zum Gedankenaustausch da und als Neuer sollte man nicht gleich ins besagte Näpfchen treten, aber... war das Thema nicht:"WIE FANGE ICH AN?" ;-))
@Frank, Du hast ja parallel das gleiche fürs Aquarell angeschoben ( fand Deine Demo ganz phantastisch - wenn man einen Anfang sucht sind solche Ablaufdarstellungen Gold wert!)
Also bei allem wahr gesagtem: Als Einsteiger geben ein paar Stützräder ungemein Sicherheit, auch wenn man sich möglichst schnell davon trennen sollte. Die bittere mehrfach dargestellte Wahrheit ist: Üben,üben, üben. Jetzt schweife ich aber selber ab.
Also:
Gegen eine Z A R T A N G E H A U C H T E Proportionszeichnung nach Schema "F" spricht meiner Meinung nach nichts, denn so kann ich die Lage auf dem Blatt festlegen, prüfen und korrigieren. Sie sollte dazu allerdings fast unsichtbar sein, um Falsches nicht gleich festzumeißeln. Darüber- ebenfalls hauchzart- die Umrisse charakterisieren (Gesichtsform, Haar, Hals / Kragen, Mittellinie). An dieser Stelle lohnt sich eine maßliche Prüfung. Erst zeichnen dann messen.
ALLES steht und fällt dann mit Licht und Schatten und deren Verhältnis zueinander! (Ich gehe mal von dem Ziel "Ähnlichkeit" aus- Expressionisten haben wahrscheinlich ohnehin schon aufgehört zu lesen...) Grobe Schattenbereiche leise und von innen nach aussen einschummern. Immer fragen: könnte er/Sie das sein, wenn nein: warum nicht.
Damit hat man es eigentlich schon- oder meistens nicht. Die geschummerten Schatten lassen sich aber gut verschieben, bis es stimmt. Dabei nicht so sehr auf Symbole wie Auge, Nase, Mund achten. Wichtiger sind die Zwischenräume. Das ganze vertiefen und verfeinern.
Ein paar Schatten- mehr braucht es nicht zur Ähnlichkeit. Siehe winzigste Abb. in Tageszeitungen: nur eine Handvoll Punkte, kein Umriss , keine Linie... und doch ist es Anchela Merkel.
So, das war m e i n Maggifix für Portraits- Schimpf und Schande über mich!!! Damit ist natürlich nicht alles gesagt, aber es sollte auch kein Buch werden, die ich übrigens gern verteidige. Wenn wir alle nur im stillen Kämmerlein aus eigener Kraft Dinge - und ich meine nicht nur Kunst o.ä.- entwickeln würden, wären wir noch im Mittelalter und Gutenberg hätte sich den ganzen Kram sparen können.
Mich wundert auch, daß die Verfechter solch reiner Lehre überhaupt ein Forum wie dieses nutzen ;-)
Tsitsitsi; es ist wirklich leicht abzuschweifen... aber jetzt will ich noch ein bischen üben!
Schön'n Abend
Rainer
H & F
Hallo Rainer,
ich möchte mich für Dein Lob bedanken.
Beste Grüße und viel Spaß beim Üben - Frank
Kerstin02
Zum üben von Portraitskizzen setz ich mich neuerdings mit dem
Skizzenbuch
vor den Fernseher, (musste mir nen neuen Sat Reseiver kaufen, der alte war kaputt) und da hab ich doch auf der Fernbedienung ne Pausentaste entdeckt, das Standbild wackelt auch nicht und ich hab ein geduldiges Modell, was ja doch ein bissele plastischer aussieht wie ein Foto.

)
LG Kerstin
marla
Hallo Rainer,
ich glaube, Du hast mich falsch verstanden. Johannes Gensfleisch in allen Ehren - ich denke auch, wir wären heute nicht da, wo wir jetzt sind, hätte er nicht den Buchdruck erfunden. Und natürlich profitieren wir auf diesem Weg auch von den Erfahrungen anderer...
Aber noch wichtiger ist es, selbst Erfahrungen zu sammeln und das erfolgt im Wesentlichen nicht durch Theorie sondern durch Praxis, welche sich nicht darin erschöpfen sollte, etwas nachzuahmen. Die meisten Bücher geben Step-by-Step Anleitungen, erst setze ich diese Linie, dann jene, hier lege ich diese Fläche an, dort eine weitere, dann kommt hier noch ein Licht drauf und da füge ich einen Schatten hinzu... Die Leute neigen dann dazu, sich an solchen Anleitung dranlängs zu hangeln und führen aus, was ihnen vorgekaut wird, statt sich wirklich selbst mit der Problematik auseinanderzusetzen.
Wenn ich dazu auffordere, das stille Kämmerlein zu verlassen, meine ich, dass man am meisten lernt, wenn man nicht alleine zu Hause nach einem Buch arbeitet, sondern sich ohne all zu konkrete Anleitung wirklich mal auf den Prozess einlässt - am besten vorm Modell und mit anderen zusammen, die praktisch vor der selben Aufgabe stehen. Dazu gehört auch, dass man eben wirklich ins Stocken gerät und nicht weiß, wie soll ich das lösen und wie mache ich weiter... Nur so findet eine echte Auseinandersetzung statt und nicht, wenn mir im Buch vorgegeben wird, als nächstes arbeiten Sie die Stirnpartie aus... Zudem sieht man, wie andere arbeiten und wie diese mit den eigenen Problemstellen umgehen. Dabei geht es nicht darum, andere Arbeiten zu kopieren, sondern selbst Lösungsansätze für sich zu finden. Je mehr verschiedene Eindrücke desto besser. Und je mehr Praxis desto besser, denn auch scheinbar misslungene Arbeiten helfen sich weiterzuentwickeln - siehe Binas Erfahrungen bzgl. Skizzen von ihren Kindern.
In den meisten Büchern wird leider auch immer nur ein einziger Lösungsweg aufgeführt, statt zu zeigen, wie vielseitig die Herangehensweise sein kann. Es gibt nämlich kein Schema "F". Einer beginnt mit den Augen, ein anderer setzt sie erst ganz zum Schluss...
Bei mir ist es z.b. nicht so, dass ich Ähnlichkeit hauptsächlich durch Licht und Schatten erziele - im Gegenteil. Ich arbeite in erster Linie grafisch, verzichte teilweise komplett auf Flächen. Oder bin ich damit schon zu sehr expressionistisch? Hmmm, weitergelesen habe ich jedenfalls trotzdem.
Es gibt zwar Leute, die durchaus auch alleine klar kommen und sich weiterentwickeln, aber sicher nicht, indem sie einer Anleitung "wie male ich ein Portrait" in einem Buch folgen, sondern indem sie sich bereits ausgereifte Werke bewußt ansehen und hinterfragen, warum diese Werke gut sind und wie dieser Eindruck erreicht wurde und dann auch wieder die eigene Arbeit reflektieren...
Das A und O: nicht in erster Linie nachmachen sondern machen!
Liebe Grüße
Marla